Die Anatomie eines Chicago-Style Hot Dogs

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Hot Dogs sind überall in Chicago. Egal ob beim Baseball, beim Einkaufen oder im Museum. Der Hot Dog ist der ultimative Snack. Chicago beheimatet knapp 1.800 Hot Dog Stände und Restaurants, das ist mehr als die drei größten Burgerketten McDonald’s, Burger King und Wendy’s zusammen. Besonders schön daran ist, dass es nur zwei drei lokale Ketten gibt. Ansonsten hat jeder Stand, jede Bude oder jeder Food Truck seinen eigenen Charakter, seinen eigenen komischen Namen oder sein eigenes schräges Logo.

Hier eine kleine Auswahl:

Unseren Lieblings Hot Dog gibt es bei Portillo’s. Abends ist der Andrang in den mehrspurigen Drive Thru’s der lokalen Kette so groß, dass Straßen abgesperrt werden müssen und eine Armee von Mitarbeitern die Bestellungen zu Fuß direkt am Auto aufnimmt.
Der Hot Dog ist so gut, dass wir bis jetzt alle unsere Besucher mit dorthin genommen haben und wir werden niemanden nach Hause, ohne dass ein Chicago-Style Hot Dog gekostet wurde.

Ketchup – die verbotene Soße

Der Chicago-Style Hot Dog besteht aus neun Komponenten:

Ein Brötchen mit Mohnsamen. Eine Rindfleischwurst. Gelber Senf. Neongrünes Relish (eine eingekochte Soße aus Gurken). Gehackte Zwiebeln. Tomatenscheiben. Eine Gewürzgurke. Zwei bis drei kleine mittelscharfe grüne Chilis. Und eine Prise Selleriesalz.

Zu der Zusammenstellung sagt man hier gerne „durch den Garten gezogen“. Alle Zutaten müssen frisch sein.
Ketchup wird auf einem Hot Dog auf keinen Fall geduldet. Es gilt als ausgesprochen unchigagoisch Ketchup auf den Hot Dog zu geben. Und dabei versteht man keinen Spaß. Bei einigen Hot Dog Buden wird man beworfen oder rausgeschmissen, wenn man sich nicht an dieses ungeschriebene Gesetz hält.

Wer hat’s erfunden?

Um Entstehung des Hot Dogs in Chicago tummeln sich viele Theorien und Legenden. Manche sagen, dass es griechische Straßhändler waren, um damit die vielen unterschiedlichen ehtnischen Immigranten anzusprechen: frische Gemüsezutaten für die Italiener, Pepperonis für die Griechen und Düsseldorfer Senf für die Deutschen und Polen, die koschere Wurst aus Rindfleisch für die jüdisch Abstämmigen.
Dann ist da die Geschichte von Fluky Drexler, die wahrscheinlichste Theorie.
Das “Bankett im Brötchen“ – wie er seine Version des Hot Dogs taufte – hat seinen Ursprung während der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren. Der Gemüsehändler Abe Drexler fand es war Zeit für seinen achtzehnjährigen Sohn Jack Arbeit zu finden. Aber durch die Krise gab es keine Jobs. Also baute Fluky den Gemüsestand des Vaters um und bot den „Depression Sandwich“ für einen Nickel (5 Cent) an. An die Zutaten kam er günstig. Er verwendete Gemüse aus dem Geschäft seines Vaters und belegte das Wurstbrötchen großzügig. Die Leute waren begeistert. Für einen erschwinglichen Preis bekamen sie eine heiße, hochwertige und vor allem leckere Mahlzeit. Der Chicago-Style Hot Dog wurde ein Renner. Fluky’s gibt es immer noch und wer mal nach Chicago kommt sollte unbedingt dort einkehren. Wir waren noch nicht dort, aber der Hot Dog steht ganz oben auf unserer Liste.

Im August 2015 wurde ich von meiner Firma in die Nähe von Chicago versetzt. Hier lebe ich jetzt zusammen mit meiner Frau Julia und unserem Schokolabrador Theo. Zusammen bloggen wir hier, um unsere Freunde und Familie zuhause auf dem Laufenden zu halten. Ich mag American Football, Basketball und Kraftsport und manchmal versuche ich meiner Kreativität mit Hilfe meiner Kamera freien Lauf zu lassen.