Starved Rock State Park

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Am Samstag haben wir den Starved Rock State Park besucht. Mit seiner Länge von knapp sechs Kilometern entlang des Illinois Rivers gilt das Naturschutzgebiet in den USA eher als klein. Beeindruckende Wasserfälle, mächtige Felsen und tiefe Schluchten prägen sein Bild und geben uns einen Vorgeschmack auf die großen Nationalparks, wie Yosemite oder Yellowstone, die wir unbedingt besuchen wollen solange wir hier sind. Kaum zu glauben, dass der Park gerade mal eine knappe Stunde von uns entfernt ist, wo die Landschaft von Logistikhubs und Maisfeldern dominiert wird.

Jetzt im Winter ist der Park aus zwei Gründen bei Touristen und Einheimischen besonders beliebt:

Seit ein paar Jahren überwintern Weißkopfseeadler wieder in dieser Gegend – zu Tausenden. Das ist wahrlich ein Wunder, denn fast Das gesamte letzte Jahrhundert galt dieses schöne Tier als vom Aussterben bedroht und über weite Teile der USA wurden keine Exemplare gesehen. Auch nicht hier in Illinois. Jetzt aber kehren sie jährlich in beeindruckender Stärke zurück. Zwischen Dezember und März lassen sie sich in der Nähe der beiden Ströme Missisippi und Illinois River nieder, denn zu dieser Zeit sind die Fischschwärme am stärksten und die Nahrungsversorgung trotz der eisigen Jahreszeit gesichert. 2007 konnten die Adler endlich von der Liste der bedrohten Tierarten gestrichen werden.

Leider muss ich zugeben, dass wir an diesem Tag kein einziges Exemplar zu Gesicht bekommen haben (Ein Grund für uns bald wieder herzukommen) Dafür aber die zweite Attraktion – die zugefrorenen Wasserfälle. Obwohl es ein warmer sonniger Tag ist stehen die gefrorenen Fälle zum Teil 60 Meter still und bewegungslos in der Luft. Was für ein beeindruckendes Naturschauspiel.

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Aber auch im restlichen Jahr lohnt sich ein Besuch im Park. Die Wanderwege erstrecken sich auf über 20 Kilometern und unterwegs muss in den Canyons schon mal Höhenunterschiede von bis zu 100 Metern überwinden. Vom Plateau des Starved Rocks, auf dem von ca. 1682 bis Mitte des 18. Jahrhunderts ein französische Fort stand, hat man einen grandiosen Blick über den Illinois River, den Damm und die Landschaft. Ganz in der Nähe befinden sich Hütten, die man für einen Kurzurlaub in der Natur buchen kann.

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Der Park war nicht das einzige sehenswerte an diesem Tag. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir am Straßenrand ein abgestürztes Flugzeug – ein Denkmal. Neugierig fuhren wir rechts ran. Was mag hier wohl schreckliches passiert sein. Bestimmt irgendeine Flugzeugkatastrophe ohne Überlebende. Warum sonst sollte jemand hier ein echtes Flugzeugwrack passieren? Doch nichts dergleichen. Dies ist ein Mahnmal, das an die Landwirtschaftskrise in den 1980er Jahren erinnern soll, während derer die wirtschafliche Lage der Farmer im Mittleren Westen „abstürzte und bruchlandete“. Solchen „Roadside Attactions“ (Straßenrandattraktionen, kann man das so sagen?), seien es Flugzeugwracks, riesige Plastikfiguren oder lächelnde Wassertürme, begegnet man hier immer wieder auf seinen Wegen – egal wo es einen hinführt. Es lohnt sich immer für ein paar Minuten anzuhalten und ein Foto zur Erinnerung zu machen. Ich bin mir sicher wir werden noch einige mehr sehen. Einfach kurios und irgendwie auch schön.

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Im August 2015 wurde ich von meiner Firma in die Nähe von Chicago versetzt. Hier lebe ich jetzt zusammen mit meiner Frau Julia und unserem Schokolabrador Theo. Zusammen bloggen wir hier, um unsere Freunde und Familie zuhause auf dem Laufenden zu halten. Ich mag American Football, Basketball und Kraftsport und manchmal versuche ich meiner Kreativität mit Hilfe meiner Kamera freien Lauf zu lassen.