Auswandern mit Hund

Theo

Nicht, dass Auswandern an sich schon kompliziert genug ist. Das Auswandern mit Hund stellt einen nochmal vor weitere Herausforderungen. Schon von Anfang hat Theo unsere Planungen beeinflusst.
Aber was ist eigentlich zu beachten?

Gibt es gesundheitliche Vorschriften, womöglich Quarantäne? Was ist mit Impfungen?
Wie funktioniert das eigentlich mit dem Flug?
Dürfen Hunde in den USA unangeleint geführt werden? Oder muss man in die Dog Parks?
Gibt es das richtige Hundefutter vor Ort?

Also erstmal googlen! Viele der Seiten die man findet sind auch tatsächlich hilfreich. Man sollte jedoch die Foren meiden, wo jeder Depp meint sein unermessliches Halbwissen teilen zu müssen.

Gesundheit – CHECK!

Die erste gute Nachricht: Theo muss nicht in die Quarantäne – welche große Erleichterung für uns.
Wir müssen allerdings sicherstellen, dass die geforderten Impfungen, z.B. gegen Zwingerhusten und Tollwut, aufgefrischt und aktuell sind. Darüber hinaus braucht Theo einen Chip und einen europäischen Heimtierpass/Impfausweis. Aber all diese Dinge haben wir schon bei seinem Einzug vor 2 1/2 Jahren erledigt. Kurz vor der Abreise brauchen wir eine Art Gesundheitszeugnis, das wir aber bei unserer Tierärztin bekommen.

Medizinisch ist also schon mal alles geritzt – hier müssen wir uns um nichts mehr kümmern.

Transport – CHECK!

Für den Transport gibt es so einiges zu beachten.

Wir fliegen Non-Stop von Düsseldorf nach Chicago und das aus mehreren Gründen:

  • Der Flughafen ist in der Nähe und wir haben keine lange Anreise, die zu zusätzlichem Stress führen könnte
  • Non-Stop war für uns besonders wichtig. Wir wollen vermeiden, dass Theo womöglich zwischen zwei Flügen irgendwo alleine in einer Lagerhalle rumsteht – oder noch schlimmer auf dem Rollfeld.
    Am Ende führt jede Zwischenlandung einfach zu unnötigem Stress. Egal wie gut sich das Personal kümmert.
  • Wir fliegen mit Lufthansa. Womöglich ist das sehr subjektiv, aber wir haben viele gute Beurteilungen zum Tiertransport mit Lufthansa gelesen und glauben auch einfach an den guten deutschen Standard. Irgendwie ist am Ende eine deutsche Airline doch vertrauenswürdiger als eine ausländische.

Die Flugtickets wurden bereits Ende März gebucht und auch Theos Transport wurde direkt angemeldet. Das war wichtig, denn es gibt immer nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen für den Tiertransport. Ist man zu spät wird das Tier mit einer anderen Maschine und möglicherweise über  eine andere Route transportiert. Purer Stress für das Tier und das Frauchen . 🙂

Vor knapp zwei Jahren haben wir bereits eine große Transportbox für Theo gekauft. Die haben wir für die Autofahrten benutzt. Als er noch ganz klein war haben wir ihn da rein gesetzt, wenn wir z.B. einkaufen gefahren sind. Wir dachten erst sie wäre zu klein, aber nachdem wir mit unseren Nachbarn gesprochen haben ist das genau die richtige Größe. Für den Flug ist es wichtig, dass der Hund ohne Problem aufrecht in der Box stehen kann. Außerdem muss er so viel Platz haben um sich umdrehen und bequem hinlegen zu können. Beim Stehen wird es etwas eng, aber ich glaube das passt.

Unsere Koffer werden wir am Vorabend vor dem Abflug bereits einchecken. Dann müssen wir uns am Abflugtag selber nur um Theo und seine Box kümmern. Theo wird am Vortag noch eine Kleinigkeit zu essen bekommen und am Abflugtag nur einen Snack. Bevor wir zuhause losfahren werde ich noch einen ausgiebigen Spaziergang mit ihm unternehmen und ihn beim Apportieren so richtig ermüden. Je müder und ausgelassener die Tiere sind desto weniger Stress bereitet ihnen die Flugreise. Im Grunde habe ich gar keine Angst um ihn. Er ist stark und gesund und hat auch in der Vergangenheit bewiesen wie anpassungsfähig er ist. Trotzdem fährt ein Gefühl der Sorge mit.

Wie heißt es so schön: Vorbereitung ist die halbe Miete!

Bei unserem Look-and-see Trip haben wir uns bereits nach den richtigen Geschäften umgesehen. Obwohl wir ein kanadisches Futter namens Orijen haben scheint dies gar nicht so leicht zu bekommen zu sein.
Aber wir haben zwei Ketten ausfindig gemacht. Den „Healthy Pet Food Store“ – der auch ganz in der Nähe von unserem Wunschapartment liegt – und „The Two Bostons“. Wir sind wirklich überzeugt von dem Futter und waren froh, dass wir dann doch nach einiger Suche Händler ausfindig gemacht haben.

Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war die Suche nach Dog Parks. Leider darf man in den USA Hunde nur in ausgewiesenen Bereichen ohne Leine führen. Und die gibt es praktisch nirgends. Ganz im Gegenteil zu unserem münsterländischen zuhause wo wir Theo die meiste Zeit unangeleint lassen wenn wir mit ihm um die Felder ziehen.
Wir haben über das Internet 3 Dog Parks gefunden, die wir vor Ort besichtigt haben. Was soll ich sagen, besonders toll sind die alle nicht. Aber einer von den dreien das „Springbrook Prairie Forest Preserve“ ist zumindest sehr weitläufig und könnte eine Alternative bieten.

Und dann kam letzte Woche der große Zufall. Unzufrieden mit dem Ergebnis habe ich mit Google und Google Maps einfach mal weitergesucht.
Über mehrere Verlinkungen bin ich dann auf den Blog von Sachiko Eubanks gestoßen. Das ist eigentlich ein Fotografie-Blog und sie macht wirklich wahnsinnig tolle Fotos. Auf jeden Fall hatte sie einen Artikel über die Dog Training Area am Fermilab veröffentlicht. Dieser Bereich ist anscheinend riesengroß und es gibt sogar einen See in dem die Hunde baden dürfen. Ein weiterer riesiger Pluspunkt ist, dass die Area nur 10 Minuten von unserem Wunschapartment entfernt ist. Schaut euch einfach mal Sachikos Artikel an und macht euch selbst ein Bild.

Ich hatte auch kurz Kontakt mit Sachiko und sie hat mir noch ein paar weitere Tipps gegeben. Sie ist wirklich sehr nett. Vielleicht treffen sie ja sogar mal mit ihren Hunden.
Ich hoffe nur, dass es vor Ort genauso toll ist wie auf den Fotos.

Alles in allem sind wir – zumindest was Theo angeht – ganz gut vorbereitet. Jetzt muss nur noch endlich das Visum kommen, damit mein Arbeitgeber das Umzugsunternehmen beauftragen kann und wir weitermachen können.

So langsam wird’s auch immer enger – heute sind es noch 53 Tage.

Im August 2015 wurde ich von meiner Firma in die Nähe von Chicago versetzt. Hier lebe ich jetzt zusammen mit meiner Frau Julia und unserem Schokolabrador Theo. Zusammen bloggen wir hier, um unsere Freunde und Familie zuhause auf dem Laufenden zu halten. Ich mag American Football, Basketball und Kraftsport und manchmal versuche ich meiner Kreativität mit Hilfe meiner Kamera freien Lauf zu lassen.