Unser Trip nach Naperville

Endless Sky

Das war er also; unser sogenannter „Look and see“ Trip nach Naperville. Wie schon gesagt hat meine Firma mir und Julia einen Vorabtrip bezahlt. Dieser Trip diente dazu sich mit der Gegend vertraut zu machen und sich ein paar Wohnungen anzusehen. Was wir auch getan haben. Natürlich haben wir auch die Zeit für ein wenig Sieghtseeing in Chicago genutzt. Wir wollen ja schließlich wissen wo es uns da hinverschlägt.
Der Non-Stop-Flug von Düsseldorf am Donnerstag war sehr angenehm und sehr kurzweilig. Ganz im Gegenteil zur Passkontrolle. Hier haben wir über eine Stunde in der Schlange gestanden. EGAL!
Als wir durch waren habe ich den Limo-Service angerufen und kurze Zeit später saßen wir schon im Auto auf dem Weg nach Naperville. Der nette Fahrer aus Westafrika philosophierte mit uns über Europa, die deutsche Fußballnationalmannschaft (die er nicht mag) und Deutschland (das er wiederum sehr gerne mag). Und erzählte uns von seinem Traum irgendwann mal ein deutsches Auto zu besitzen.

Gegen 17.30h waren wir dann am Hotel, was sprichwörtlich neben der Firma liegt. Da wir erst nach Büroschluss ankamen hatten die lieben Kollegen den Schlüssel für den Firmenwagen an der Rezeption hinterlegt. So waren wir schon am ersten Abend mobil. Also noch schnell ab zum nächsten Walmart, um ein paar Gertränke zu holen und dann Dinner bei Chili’s.

Dank dem Jetlag starten meine Tage gegen 4/5 Uhr morgens. Dann bin ich einfach wach. Zuhause bin ich kein besonderer Langschläfer und stehe selbst am Wochenende gegen 7 halb 8 auf. Also bin ich hier schon längst über meiner Zeit und einfach hellwach. Ich nutze die Zeit immer um dann im Hotel-Fitnessraum zu trainieren und gönn mir den ersten Kaffee in der Lobby. Julia hat mit dem Jetlag meist gar keine Probleme und schläft hier fast normal. Beneidenswert!

Am Freitag morgen sind wir dann direkt zur Firma und haben den Kollegen „Hallo“ gesagt. Schön war, dass sich alle sehr über uns gefreut haben und fast genauso aufgeregt dem 1. August entgegensehen wie wir.

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Die Covered Bridge über dem DuPage River | Naperville

Anschließend ging es zu unserer ersten Apartmentbesichtigung. Und die war schon überwältigend. Eine tolle großzügige Wohnung mit zwei Schlafzimmern und zwei Badezimmern. Eine superschöne Anlage mit zwei Seen. Zentral gelegen liegt das Clubhaus mit Indoor- und Outdoor-Pool, Tennisplätzen und Fitnessraum.  Wie soll das noch zu toppen sein?

Wir hatten noch ein paar Stunden bis zur nächsten Besichtigung. Also fuhren wir nach Downtown Naperville und setzten uns mit ein paar kühlen Getränken am Riverwalk auf eine Bank.

Nachmittags haben wir uns zwei weitere Apartments angesehen. Das erste von den beiden, die Ausstattung, die großzügige Anlage und die Annehmlichkeiten entsprachen zu unserer Überraschung dem Angebot von Morgens.

Das letzte Appartment an dem Tag war ein totaler Reinfall. Aber nach zwei absoluten Traumangeboten konnten wir nun wirklich nicht erwarten, dass das letzte auch so gut wird.

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Eingang vom Children’s Museum am Navy Pier | Chicago

Freitagabend ging’s nach Chicago zum Navy Pier, wo wir einen schönen langen Spaziergang gemacht haben und dabei die Aussicht aufs Meer … moment mal … auf den See genossen haben. Man kann sich einfach nicht vorstellen, dass dieses riesige Gewässer ein Binnensee mit Süßwasser ist. Wie es wohl erst sein wird hier im Sommer am Strand zu liegen. Der Navy Pier selbst ist wie ein Refugium – kaum zu glauben, dass man eine Millionenstadt im Rücken hat, wenn man ihn entlanggeht.

Beendet haben wir den schönen Abend in der Bubba Gump Shrimp Co. mit Louisiana Style Seafood.

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„We love our Residents“ Unser neues zuhause? | Naperville

Samstag morgen haben wir uns das vierte und letzte Apartment angesehen – und was soll ich sagen? Hier hat irgendwie alles gestimmt. Am Eingang der Community stand direkt ein Banner das sagte „We love our renters“ . Im Clubhouse gibt es immer frischen Kaffee, Popcorn und Cookies für die Renters. Es gibt keine Tennisplätze, dafür aber einen super Fitnessraum. Die Anlage ist perfekt gepflegt und die Wohnung wunderbar geschnitten. Die Community liegt etwas außerhalb – zwischen Naperville und Aurora – dafür aber im Grünen. Der Walmart ist nur wenige Minuten entfernt und bis zur Outlet Mall ist es auch nicht viel weiter. Außerdem haben wir einen „Healthy Petfood“ Store entdeckt, der Theos Orijen Hundefutter verkauft. PERFEKT.

Nachdem wir uns die Umgebung angeschaut haben haben wir ein paar Möbelläden und auch einen IKEA rund um Naperville abgeklappert, um eine Idee von Preisen für Möbel zu bekommen. Als letzter Punkt auf unserer Erkundungsliste standen die Dogparks, die wir dann unserem Check unterzogen haben. Auch hier haben wir einen ganz netten gefunden den wir wohl regelmäßig ansteuern werden. Den Rest des Nachmittages haben wir gemütlich in Downtown Naperville ausklingen lassen. Es ist die Zeit der Abschlußbälle der sogenannten Prom Nights und der Riverwalk in Naperville ist wohl ein beliebtes Fotomotive. Also hat wir auch viel zu gucken und zu schmunzeln, wie sich Eltern, Schüler, junge Pärchen immer wieder zurecht machten und sich für die Fotografen in Szene setzten.
Auf dem Weg zurück zum Hotel kamen wir am Nike Sports Complex vorbei. Dort war eine Menge los also entschieden wir uns anzuhalten. Auf dem Hauptplatz war ein Girls Scoccer Trainingscamp mit ca 100 Mädchen. Aber viel besser war, das auf einem der hinteren Plätze ein Spiel aus der Pee Wee League stattfand. 2 Teams aus 11-12 jährigen Mädchen kickte gegeneinander. Am Spielfeldrand saßen die Eltern auf Campingstühlen, die Kühlboxen an der Seite, und feuerten ihre Kids energisch an. Wir setzen uns auf eine Bank und schauten das Spiel bis zum Ende.

Chicago

Blick vom Hancock Center über die Skyline | Chicago

Sonntag war der letze ganze Tag und dieser Stand ganz im Sinne von Sightseeing. Eigentlich wollten wir den Hop-on Hop-off Doppeldeckerbus nur nutzen, um bestimmte Punkte in Chicago anzusteuern, aber Larry der Tourguide war so sympathisch und hatte soviel zu erzählen, dass wir am Ende 2 1/2 Stunden sitzen geblieben sind und die komplette Runde gedreht haben. Viele seiner Geschichten und Erzählungen habe ich hier (CHICAGO? NAPERVILLE? WO FAHREN DIE DA EIGENTLICH HIN?) schon aufgeschrieben. Der Skydeck des Hancock Centers biete eine wundervolle Aussicht über die Unendlichkeit des Sees, die Skyline von Chicago und über die weiter hinten gelegen Stadtteile. An richtig sonnigen Tagen kann man von hier alle 4 benachbarten Staaten sehen. Oben gibt es eine Glasvorrichtung, in die kann man sich hineinstellen und dann kippt das ganze 40° nach vorne. Man hat das Gefühl, als würde man sich weit über die Brüstung beugen und das in über 300 m Höhe. Das Richtige für jemanden mit Höhenangst wie mich.
Unseren Lunch nahmen wir in der Cheesecake Factory im Erdgeschoß des Hancock Centers, danach flanierten wir über die Magnificent Mile und fühlten uns schon fast wie Chicagoans (so werden die Chicagoer hier genannt)

Abends waren wir bei Jameson und seiner Frau Jamie eingeladen, mit denen wir uns jetzt schon super verstehen und so wurde von den beiden beim Essen bereits unsere Freizeit für die nächsten 1 1/2 Jahre verplant.

Dienstag sind wir zurückgeflogen. Leider hatte ich kein Glück mit der Sitzwahl, denn neben mir saß ein alter Herr, der vier von den acht Stunden mit sich selbst sprach und über Passagiere und Stewardessen lästerte. Dies unterbrach er nur, wenn er bei Chonchita Wurst im Bordplayer mit sang und sitztanzte. Oder wenn er schlief und sein Kopf ständig in meine Richtung fiel. Das Ganze war gekrönt von seinem Körpergeruch, an den ich mich auch nach 8 Stunden einfach nicht gewöhnen konnte.

Aber das hat mir/ uns den Trip bestimmt nicht versaut. Wir sind froh, dass wir einen weiteren Schritt in Richtung Entsendung gemacht haben und haben jetzt auch langsam das Gefühl, dass es konkret wird. Und jetzt freuen wir uns auch richtig auf diesen neuen Abschnitt in unserem Leben

Im August 2015 wurde ich von meiner Firma in die Nähe von Chicago versetzt. Hier lebe ich jetzt zusammen mit meiner Frau Julia und unserem Schokolabrador Theo. Zusammen bloggen wir hier, um unsere Freunde und Familie zuhause auf dem Laufenden zu halten. Ich mag American Football, Basketball und Kraftsport und manchmal versuche ich meiner Kreativität mit Hilfe meiner Kamera freien Lauf zu lassen.